Forderung

Konventionalstrafe als Forderung: Vereinbarung, Mäßigung und Beweise prüfen

Konventionalstrafe einfordern: Vereinbarung, Verstoß, Mäßigungsrisiko und Beweise vor dem nächsten Schritt prüfen.

4. August 2026, Mag. Bernhard Brandauer, Rechtsanwalt

Eine Konventionalstrafe wirkt auf den ersten Blick klar, wenn sie schriftlich vereinbart wurde. In der Durchsetzung zählen aber Verstoß, Vereinbarung, Höhe, Beweise und das Risiko richterlicher Mäßigung zusammen.

Hier geht es nicht um einen allgemeinen Vertragsstrafen Leitfaden. Entscheidend ist, dass er behandelt die konkrete Frage, wie eine bereits behauptete Pönale als Forderung vorbereitet und sachlich geltend gemacht wird.

Der Beitrag ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Er hilft aber, die Anfrage so vorzubereiten, dass rasch zwischen weiterer Prüfung, sachlicher Aufforderung, Vergleich, Klage oder Exekution unterschieden werden kann.

Kurze Einordnung

Welche Prüfung steht vor dem nächsten Schritt?

Beantworten Sie eine kurze Frage zur Lage der Forderung. Die Einordnung ersetzt keine Beratung, hilft aber bei der Vorbereitung der Unterlagen.

Sie wissen schon, dass Sie eine Anfrage stellen wollen? Direkt zum Anfrageformular.

01 Frage 1

Was ist jetzt der wichtigste Punkt?

Der nächste Schritt hängt von Fälligkeit, Beweisen, Einwendungen und Wirtschaftlichkeit ab.

Alle Pfade im Überblick

Übersicht aller Antworten.

01

Unterlagen zuerst ordnen

Starten Sie mit einer chronologischen Mappe. Markieren Sie Fälligkeit, offenen Betrag, bisherige Zahlungen und die letzte Reaktion des Schuldners.

02

Einwendungen ernst nehmen

Bei Bestreitung, Aufrechnung, Mängelbehauptung oder bloßer Verzögerung sollte nicht nur Druck aufgebaut werden. Die Kanzlei prüft zuerst, welcher Teil der Forderung tragfähig ist.

03

Fristen gesondert prüfen

Nennen Sie bestehenden Zeitdruck deutlich in Ihrer Anfrage. Bei älteren Forderungen, ausländischem Bezug oder vorhandenem Titel sollte zusätzlich telefonisch Kontakt aufgenommen werden.

Rechtlicher Prüfrahmen

ABGB § 1336 ist der zentrale Prüfrahmen für Konventionalstrafe und richterliche Mäßigung. Zusätzlich zählen Vertragsauslegung, Beweis des Verstoßes und die Frage, ob die Pönale neben anderen Ansprüchen verlangt wird.

Die genannten Normen sind Prüfrahmen. Sie entscheiden den Fall nicht automatisch. Maßgeblich bleiben Vertrag, Unterlagen, Gegnerreaktion und die Frage, welcher Schritt wirtschaftlich vertretbar ist.

Bei Fristendruck, Auslandsbezug oder bereits laufendem Verfahren sollte die Prüfung nicht über ein allgemeines Formular hinausgeschoben werden.

Welche Unterlagen jetzt zählen

Wichtig sind Vertrag, Pönaleklausel, Nachweis des Verstoßes, Fristen, Korrespondenz und Berechnung. Auch Unterlagen zu Schaden, Gewicht des Verstoßes und bisherigem Verhalten helfen bei der Risikoeinschätzung.

Eine knappe chronologische Übersicht hilft mehr als ein ungeordneter Dokumentenstapel. Offener Betrag, Teilzahlungen und Einwendungen sollten getrennt dargestellt werden.

Bitte senden Sie im ersten Formular nur die Eckdaten. Vollständige Akten, sensible Gegnerdaten und größere Beilagen folgen erst über einen freigegebenen Kanzleikanal.

Fälligkeit und offenen Saldo markieren
Vertrag, Rechnung und Leistungsnachweis bereitlegen
Einwendungen des Schuldners wörtlich sichern
Teilzahlungen und Gutschriften getrennt erfassen
Fristen nicht nur über das Online Formular behandeln

Häufiger Fehler: Typischer Fehler ist eine schematische Forderung des Höchstbetrags ohne Beweis zum Verstoß. Das erhöht das Risiko, dass der Gegner bestreitet und die Mäßigung in den Mittelpunkt rückt.

Wie die Kanzlei den nächsten Schritt prüft

BRANDAUER Rechtsanwälte prüfen zuerst, ob ein Mandat übernommen werden kann und ob Fristen, Interessenkonflikte oder wirtschaftliche Grenzen zu beachten sind.

Danach werden Anspruch, Beweise, Einwendungen und Gegnerdaten geordnet. Erst aus dieser Prüfung ergibt sich, ob ein anwaltliches Schreiben, eine Klage, ein Vergleich oder ein Exekutionsschritt sinnvoll ist.

Die Kanzlei prüft Ihre Angaben und stimmt das weitere Vorgehen persönlich mit Ihnen ab. Sensible Unterlagen sollten nicht unaufgefordert über öffentliche Formulare gesendet werden.

FAQ

Häufige Fragen

Kann jede vereinbarte Konventionalstrafe voll verlangt werden?

Nein. Vereinbarung, Verstoß, Höhe und Mäßigungsrisiko müssen geprüft werden. Eine Klausel allein ersetzt nicht den Nachweis der Voraussetzungen.

Wie teile ich bestehenden Zeitdruck mit?

Nein. Die Online Anfrage strukturiert den Sachverhalt, wahrt aber keine gerichtliche oder materielle Frist. Bei Fristendruck sollten Sie zusätzlich telefonisch Kontakt aufnehmen.

Kann die Kanzlei sofort gegen den Schuldner vorgehen?

Nach Konfliktprüfung und Sichtung der Unterlagen stimmt die Kanzlei das weitere Vorgehen persönlich mit Ihnen ab. Vorher dient die Anfrage nur der ersten Einordnung.

Themen

Konventionalstrafe, Pönale, Beweise, Forderung, Forderungsprüfung, Österreich, BRANDAUER